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Griechenland 2025Angst vor Internationalen Flugplätzen??? Perfekte Pfingsttour durch den Balkan nach Griechenland von Viktor Wyklicky
Der
perfekte Flug durch den Balkan bis nach Griechenland. Die
gewissenhafte Vorbereitung mit der AIP und etwas Selbstvertrauen und schon ist
das Schreckgespenst "Flugangst" überwunden. Klar wir hatten schon mit
Hannover und Leipzig zwei deutsche Flughäfen in der Tasche, aber internationale
Plätze ist dann doch noch eine kleine Steigerung. Und bei 6 großen Plätzen,
war am Ende richtig Routine drin, dass beim Rückflug gleich noch mit Nürnberg
zumindest ein Midfield Crossing dabei war. Und warum der ganze Aufwand, weil mit
unseren Drachentrike nicht solche Reichweiten wie mit einem Dreiachser zur
Verfügung stehen. Und unser Ziel Griechenland ist mit dem Flieger dann doch
etwas außerhalb der normalen Reichweite unserer Trike. Erschwerend kommt hinzu,
dass dazwischen wenig Spielraum für Ausweichplätze ist. Es müssen immer
wieder Zollflugplätze sein, und damit wieder Internationale Plätze.
Am nächsten Tag ging es gemütlich nach Losinj zum ersten Zoll. Der kleine Platz bietet auch Avgas, den wir aber diesmal nicht nutzen mußten, dafür waren die Gebühren nochmal gegenüber dem letzten Besuch kräftig auf 50 Euro angestiegen, so wie in den Medien für das Urlaubsland Kroatien vorhergesagt. Bilderbuchmäßig, diesmal aber nur von kurzer Dauer.
Mit Livno LQLV in Bosnien war schon die erste Besonderheit angesagt, der Zoll kommt extra wegen uns zum Platz (nur in der Sommerzeit mit PPR). Mit 30 Euro für Landung und Abstellen über Nacht auf dem gepflegten Platz mit Spritservice und günstiger Fahrt zum Hotel (Zimmer waren am Platz belegt), voll zufrieden. Mostar hatte noch nicht auf unsere Slot-Anfrage geantwortet und so wurde die Route kurzerhand umgedreht, was jedoch einige Änderungen der Genehmigungen nach sich zog.
Alles im Rahmen und so ging es am nächsten Tag zur Stadtbesichtigung nach Podgorica LYPG, unser erster internationaler Platz, den wir wegen fehlender Spritversorgung gleich zwei mal im Gepäck hatten. Am Abend nochmal ein kurzer Hüpfer zurück nach Niksic LYNK, lange Piste aber nichts los. Dafür um so herzlicher der Empfang im kleinen Fliegerclub, Zimmer inklusive.
Mit vollen Tanks nach einem kleinen Frühstücksspaziergang also wieder zum Zoll nach Podgorica, zügige Abfertigung und weiter nach Ohrid. Freigabe zum Rollen zum Rollhalt und dann wieder eine Überraschung, der Flugplan lag nicht bei allen Ländern vor. Also über Funk noch mal einen neuen Flugplan machen, so gefühlt eine halbe Stunde am Rollhalt, es war aber sonst auch nichts los, wir blockierten niemanden. Aus
der Tiefebene von Podgorica ging es durch die Albanischen Berge mit einigen
Stauseen nach Nordmazedonien.
Dann über die Berge durch Albanien mit guter Funkverbindung nach Nordmazedonien. Wir sind gleich nach Ohrid Approach weitergereicht worden und konnten von Norden ins Final eindrehen. Und wie oben schon erwähnt, es wurde heißer, nur die Temperaturen, der Ablauf, völlig reibungslos und wir konnten mit unseren Spritkanistern die Flieger für die nächste Etappe nach Griechenland vorbereiten. Die Tankstelle gegenüber der Hautzufahrt hatte gerade erst eröffnet und noch keinen Sprit, aber Hilfsbereitschaft wird groß geschrieben und der Pächter fuhr uns zur Nachbartankstelle, wow was für ein Service. Nachdem alle Touristen abgeholt wurden, war der Vorplatz für uns alleine reserviert. Sogar ein Taxi musste aus der Stadt wieder zurückbeordert werden. Gewitterneigung
auf dem nächsten Abschnitt kam uns gerade recht, denn das Städtchen ist
Weltkulturerbe, ein Pausentag zur rechten Zeit. Alle 238 Kirchen haben wir nicht
durchgemacht, aber was wir gesehen haben war schön hergerichtet. Der älteste
See Europas und einer der tiefsten gab der Stadt das richtige Ambiente mit
Uferpromenade und altertümlicher Innenstadt, auf jeden Fall schon mal eine
Reise wert. Und man glaubt es kaum mit 22 Euro Landung, Handling, Zoll und 2 Nächte
Abstellen war es günstiger als auf den österreichischen Grasplätzen.
Eines der wenigen genüsslichen Frühstücke, den Pausentag ließen wir langsam angehen, kein Wunder bei der Lage, direkt im Zentrum an der Promenade.
EIne von 238 Kirchen im Ort, daneben gibt es aber noch vieles andere zu erkunden, eben Weltkulturerbe am ältesten See Europas.
Zum Abschluß noch einmal die Promenade entlang flanieren, richtig erholsam.
Einreise in Ioannina/Griechenland, natürlich wieder mit Zoll. Einer der wenigen bezahlbaren Internationalen Plätze in Griechenland. Stadtbesichtigung erst auf der Rückreise, Wieder über Albanien ging es weiter nach Ioannina LGIO, dem günstigen griechischen Einreiseplatz im Norden. Er wird unter anderem von der IOPA empfohlen. In Griechenland sind hierbei Airporthandler Pflicht und mit Skyserve ist man am Platz dort gut aufgehoben. Die Öffnungszeiten, siehe NOTAM, sind mit der Pause von 13:30 bis 19:30 etwas unhandlich, aber machbar. Mit dem Handler geht die Abfertigung recht zügig und wir konnten natürlich innerhalb des Landes auch mit Flugplan zum kleinen Platz nach Zalogo an der Norwestküste weiterfliegen.
Kleiner UL-Platz mit super Service. Dort werden wir von dem Deutschen Elmar in Empfang genommen und bestens versorgt. Er nimmt uns mit an den Strand und stellt uns sein Apartment in der Nähe von Preveza zum Sonderpreis zur Verfügung. Abends geht er mit uns in die Stadt zum Essen an der Promenade mit Folkloreeinlagen.
Elmar hat uns richtig gut betreut.
Segeljachten, soweit das Auge reicht.
Und gleich noch etwas Kultur, Musik mit Tracht.
Ein Tagesausflug an den Olymp war nicht ganz möglich, aber die sehenswerten Klöster passten gerade zu einem Rundflug.
Da uns zwei Tage von der Anreise fehlten, steht nur ein Rundflug zu den Klöstern von Meteora am nächsten Tag auf dem Programm. Eigentlich war ein Tag in Thessaloniki mit Überflug des Olymps geplant. Aber auch so wird der Rundflug zu einem weiteren Highlight. Bestes Flugwetter in dem zum Teil gebirgigen Landstrich bei wenig Wind machten entspanntes Genussfliegen möglich. Zum Abschluß ging es noch etwas die verspielte Westküste zurück nach Zalogo.
Ein kleiner Abstecher an die Küste rundete das Abenteuer Griechenland ab.
Die Trikes hatten ein sicheres Domizil für 2 Nächte in Zalogo.
Untergebracht innerhalb der Stadtmauern waren alle wichtigen Punkte schnell erreicht.
Der Slot-Termin für den Anflug auf den Airport von Tirana rückte näher und eine Gewitterfront von Norden machten die weiter Flugplanung spannend. Also erst mal zurück nach Ioannina am Vormittag, nochmal Sprit von der Tankstelle auffüllen und schon konnte am Nachmittag das kurze Besichtigungsprogramm in der Stadt starten. Wieder viel Geschichte in den alten Burgmauern und dann wieder flanieren an der schönen Promenade, immer mit Blick auf die Berge rings rum. Das Leben beginnt eigentlich immer erst gegen Abend und geht so bis Mitternacht, dann sind die Temperaturen auch angenehm.
Wieder an einem schönen See gelegen eingerahmt von hohen Bergen.
Auch Albanien begrüßte uns wieder mit hohen Bergen zur Seeseite hin. Jetzt also zum größten Airport auf der Reise, Tirana LATI. Man bekommt den Slot auf einer eigenen Homepage und muß alle möglichen Unterlagen bis hin zur Radiozulassung einreichen, gut wenn man das alles im Vorfeld eingescannt vorliegen hat. Änderungen sind dann innerhalb eines Werktags möglich. Auch wenn so ein Slot für uns kleine Flieger wenig Sinn macht, es geht nicht ohne. Der Anflug, natürlich überraschender weise anders als in der AIP erklärt, man muß nur den Meldepunkt gleich richtig zuordnen, dann ist das auch kein Problem. Die Airliner kamen im gefühlten Minutentakt zur Landung/Start, das Holding von 10 Minuten nur die logische Folge. Aber auch das wurde Profimäßig mit uns abgewickelt und die kleine Formation bekam die Landefreigabe und gleich die nächste überraschende Frage, ob wir gleich am zweiten Rollweg die Bahn verlassen könnten, logisch, sonst müssten wir ja noch 5 Minuten rollen. Am Hauptterminal vorbei ging es zur neuen Abstellfläche 300 am anderen Ende des Platzes. Hier durfte der Zoll mit Hund die einmaligen Fluggeräte begutachten. Zum sicheren Weiterflug wurde das Mogas von einem Flieger in den BMW mit Kat gepumpt und dann der Rotax mit Avgas befüllt, das war aber erst am nächsten Morgen verfügbar. Wäre das mit dem Tanken glatt gegangen, wäre das Abfertigen recht zügig über die Bühne gegangen, Bezahlung gleich am Vorfeld. Nachdem auch noch Sandsäcke zum fixieren der Flächen organisiert wurden, ging es in den geschäftigen Flughafen, vornehm durch den Diplomatenschalter an der wartenden Menge vorbei.
Im Nachhinein kein Wunder unser 10 minütiges Holding in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, da ist wenig Platz im eng getakteten Flugplan von Tirana.
Bevor der Tanarq betankt werden konnte, noch schnell etwas Reservesprit umlagern, das BMW Trike verträgt kein AVGAS
Zur richtigen Zeit am richtigen Fleck, im Zentrum von Tirana macht ein Motorschirmflieger Ehrenrunden zwischen den Hochhäusern.
Die Stadt war im Berufsverkehr kaum von der Heimat mit Stau zu unterscheiden, dafür das Zimmer wieder direkt im Zentrum und die Stadt lag uns zum Bummeln zu Füßen. Die Architektur wird als sehr abwechslungsreich beschrieben und einige Hochhäuser sind sehr spektakulär errichtet. Am pulsierenden Zentralplatz werden wir auch noch von einem Motorschirm in der Luft überrascht, alles in der Kontrollzone!
Kurz vor Mitternacht noch mal einen Aussichtspunkt erklimmen und den Blick über die Skyline schweifen lassen.
Avgas war erst am nächsten Tag für den Tanarq verfügbar, aber dann lief es reibungslos
Wieder wird es Mitternacht bis wir ins Bett kommen und unser Flugplanung mit den Wetterprognosen abstimmen. Die Küste soll von Gewittern am Nachmittag verschont bleiben, deshalb sicherheitshalber schon mal in Tivat LYTV anmelden und Brac LDSB als Ausweichplatz in den Flugplan mit aufnehmen. Der Sprit kommt am Morgen pünktlich und wir können in Ruhe unsere Flieger vorbereiten. Wieder rollen die Airliner im kurzen Intervall an uns vorbei und dann ist da wohl doch eine Lücke und erst ein F16, dann noch zwei weiter machen einen spektakulären Überflug über die Runway, zu überraschend um ein Foto zu schießen. Rechtzeitig und mit etwas Rückenwind kommen wir entlang der Küste unserm Ziel Mostar LQMO schnell entgegen. Bei Dubrovnik Airport geht es ins Landesinnere, natürlich im vorgeschriebenen tiefen Überflug um dann schnell auf 3000ft über die Berge nach Bosnien einzufliegen.
Einmal Quer über den ganzen Flughafen gerollt und schon ging es weiter Richtung Norden.
Zurück ging es wieder ein Stück an der Küste von Albanien, Montenegro und weiter nach Kroatien
Zum Abschied von der Küste noch ein tiefer Überflug über den Flughafen von Dubrovnik.
In Mostar war wieder Station für die Nacht, natürlich im Zentrum gleich neben der berühmten Brücke In Mostar ist dann quasi nichts los und wir gehen direkt ins Final von Süden. Das Vorfeld hat Gott sei Dank Anker im Beton, um unsere Flieger vor dem Gewitter fest zu verzurren. Es soll aber nicht so heftig ausfallen wie befürchten, in der Stadt hat es gar nicht geregnet. So konnten wir die berühmte Brücke schon wieder im Sonnenschein genießen. Noch ist die Stadt nicht überlaufen, aber natürlich schon voll auf Touristen ausgelegt. Einige Gebäude deuten noch den prachtvollen Stil vergangener Zeit an, aber das Geld für eine Sanierung fehlt und die Mauerreste werden durch Gerüste eingehaust. Sprit zu organisieren ist kein Problem, ein Mitarbeiter fährt uns zur Tankstelle um die Ecke. Der Sicherheitscheck macht auch von den Benzintanks keine Ausnahme und werden durchleuchtet, ansonsten alles sehr entspannt. Es folgt ein ruhiger Flug Richtung Bihac nachdem der Platz in Livno heute zu hat, Sprit war ja ausreichend an Bord.
Von oben konnten wir das Zentrum von Mostar vor 2 Jahren beim ersten Versuch schon betrachten, Gewitter über dem Balkan ließen einen Verbleib wie diesmal nicht zu
Direkt über dem Flugplatz erhebt sich die kleine Burg der Stadt mit schönem Rundblick.
Mitten in der Stadt die Kaskaden des Flußlaufes. Vorher wurde für uns der Zoll bestellt, das geht nur in den Sommermonaten.
Bihac LQBH, ein kleiner Grasplatz hat Zoll auf Anforderung, soll aber mal eine feste Piste bekommen, alles noch recht wage, derzeit keine Planungssicherheit für den lokalen Aeroclub. Wir bekommen das Clubhaus für die Übernachtung und können die Burg in unmittelbarer Nähe zum Platz erklimmen. Weiter geht es zum Zentrum mit dem von oben sehenswerten Flußlauf, der für Kanufahrten geeignet ist.
Da unser Ziel in Österreich einen Segelflugevent hat und eine Landung zur gewünschten Zeit nicht ermöglicht, wird kurzerhand noch ein weiterer größerer Platz mit Maribor LJMB als Zollplatz angeflogen. Es ist mehr los als erwartet, vor allem die Echo-Klasse ist am Trainieren, daneben noch eine Gruppe aus England, und so dauert es wieder ein Weilchen bis wir auf die Piste zum Weiterflug rollen dürfen.
Kaum 12 Tage unterwegs und schon ist man wieder auf der Alpennordseite.
Vertraute Landschaft im Südosten von München.
Unser Etappenziel ist Mauterndorf, der Höchstgelegene Alpenflugplatz Österreich mit riesiger Platzrunde, die wir aber nicht ausfliegen müssen. Es gibt wieder Mogas und auch die Unterkunft ist schnell gefunden. Trotz Sonnenschein sind aber die Temperaturen schon wieder deutlich erträglicher. Die Preise am Platz und Unterkunft gehen jedoch kräftig nach oben, aber es ist der letzte Abend und das genießen wir nochmal in vollen Zügen. Die Burg und ein Kirchlein können noch besichtigt werden. Das reichhaltige Frühstück können wir uns diesmal auch noch gönnen und dann folgt ein Bilderbuchflug über den Alpenhauptkamm und Zell am See, weiter über den Chiemsee und nach Mühldorf unserem Ausgangspunkt. Erst dort schüttelt es uns wieder kräftig durch, der Ostwind wird erst dort wirksam. Nach einem Abschiedsessen geht es getrennte Wege zurück an den Bodensee und der andere in den Harz.
Damit geht eine Reise zu Ende, die etwas anders gelaufen ist als bisher. Nicht nur dass das Wetter eigentlich immer auf unserer Seite war, hatten wir auch noch mit der Planung einen vollen Erfolg, alle Slots funktionierten reibungslos, das Tanken war kein wirkliches Problem und gesehen haben wir so einiges in der Luft und am Boden, kein Wunder bei 39 Flugstunden, 3900km in 12 Tagen. Über 20 Flugpläne wurden aktiviert, nochmal die gleiche Menge vorbereitet. Einige Ausweichslots konnten wir wieder canceln, aber der Aufwand hat sich voll ausgezahlt und wir fühlten uns wie richtige kleine Flugkapitäne auf den Internationalen Plätzen, wo uns die vorbeirollenden Crews freundlich aus ihren klimatisierten Cockpits zugewunken haben. Für Dreiachser, die sich den Aufwand ersparen wollen, es soll laut AOPA Greece inzwischen möglich sein, direkt dorthin zu fliegen, ohne Zollplatz wenn man aus einem Schengenstaat einfliegt, z.B. über Italien oder aus Kroatien. |